Haltung

Das Chancen Management unterscheidet sich von herkömmlichen CM-Angeboten durch eine ganz bestimmte Haltung:

Chancen Management betreibt kein Austriagieren von bedürftigen CM-Klienten nach dem Gebot der ökonomisch erfolgsversprechenden Klientenauslese. Aus dieser Haltung verlässt der Klient seine zentrale Stelle im Chancen Management-Prozess. Angepasst an seine Möglichkeiten und nach individueller Beratung übernimmt er Verantwortung und erhält im Gegenzug Rechte.

Die Beteiligten betrachten die Verfahrensschritte unter dem Aspekt der gemeinsamen Verantwortung, Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit für alle und auf allen drei Ebenen (Mikro-, Meso- und Makroebene) und nicht allein nach den Interessen eines Beteiligten, i.d.R. des finanzierenden Parts oder (juristisch) Stärkeren im System. Bei diesem Vorgehen entschärfen sich Konflikte und ursprünglich unverhandelbare Positionen können überdacht werden. Statt eines kostenlosen Case Managements mit partizipierender Rolle erhält der Klient das Angebot, Teil eines Teams von Gleichberechtigten zu werden. Er übernimmt nebst Verantwortung auch einen Teil der Verfahrenskosten. Durch die Partnerschaft auf Augenhöhe entfällt automatisch eine Hierarchie der Beteiligten.

Das Spannungsfeld der verschiedenen Ebenen und der sich widerstreitenden, konkurrierenden Ansprüche ist eine Realität rund ums Case Management. Chancen Management macht aus dieser Not eine Tugend und bezieht diese Realität ins Verfahren ein, indem es gleich am Anfang des Verfahrens mit den Beteiligten die Ängste, Tabus, Gefahren und Chancen des Verfahrens auf den Tisch legt und benennt. Durch diese Haltung verhindert Chancen Management bewusst eine Werteorientierung nach Eigeninteressen auf Kosten der anderen Beteiligten.

Das Ziel jedes Chancen Management-Prozesses ist ein Ergebnis mit dem sich alle Prozessbeteiligten auf allen Ebenen identifizieren. Die Haltung im Chancen Management ist bei der Problemlösung so angelegt, dass sie auch langfristig sinnvoll und wirtschaftlich ist und keine Kostenüberwälzung auf nachgelagerte Systeme provoziert.